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„Kunst ist Leben, Leben ist Kunst",lautet die programmatische Forderung von Timm Ulrichs. Der „Totalkünstler" (Selbstbezeichnung) hat sich selbst zum Testfall und Studienobjekt dieser Maxime gemacht, in dem er sich etwa in einem Glaskasten als „erstes lebendes Kunstwerk" ausstellte (1961), seinen Körper nach allen Regeln der naturwissenschaftlichen Kunst (Hautoberfläche: 18260 Quadratzentimeter) untersuchte und dem allgemeinen geozentrischen Weltbild seine egozentrischen Experimente gegenüberstellte. Im Umfeld der Gruppe um Prof. Max Bense von der TU Stuttgart (zu der auch Ernst Jandl und gerhard Rühm zählen) interessiert sich Ulrichs für Konkrete Poesie. Erste Veröffentlichungen von „typogrammen" bereits 1960/61. Veröffentlichung von „typewriter Art" und „typotextur" (T.U.) genannten Gedichte (Zeitschriften „schöngeist bel esprit" und „pflugblatt") sowie „optischer Poesie" (z.B. „W/Ü/R/F/E/L"-Würfel) ab 1964. Neben der Konkreten und visuellen Poesie umfaßt Ulrichs Aktionsradius die Kunstdisziplinen Land-art, Objets trouvés, Body-art und Perfomances sowie die sein gesamtes Werk durchziehende Konzeptkunst. |
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Künstler im Verlagsprogramm der Artikel-Editionen: |
 Foto: Peter Fabian, 2003
Timm Ulrichs 1940 in Berlin geboren, studierte Architektur an der TH Hannover (1959–1966), gründete 1961 die „Werbezentrale für Totalkunst", eröffnete 1969 eine „Kunstpraxis" in Hannover, wo er noch heute zu Hause ist. 1972 bis 2005 Professor an der Kunstakademie Münster, Documenta-Teilnehmer 1972 und 1977. Viele Preise, Werke in bedeutenden Privat- und Museumssammlungen sowie im öffentlichen Raum, zahlreiche Bücher und Kataloge, z.T. mit eigenen Aufsätzen und Manifesten, Videoarbeiten und Dokumentationsfilme; Werkverzeichnis der Druckgrafik 2003 erschienen (Hrsg. Sprengel Museum, Hannover). Der Aktionsbereich des „Totalkünstlers“ (Selbstbezeichnung), der sich ab 1961 (in der Patio Galerie Frankfurt/Main) als „Erstes lebendes Kunstwerk“ selbst ausstellt, umfasst neben Performances bzw. Selbstversuchen und Body-art Visuelle Poesie, Land-art, Objets trouvés, Collagen, Annoncen-Aktionen u.a. Ulrichs ideologische Vorläufer finden sich vor allem in der Dada-Bewegung, die gegen den bürgerlich-akademischen Kunstbetrieb revoltierte. Affinitäten bestehen zu Raoul Hausmann und zur „Merz-Kunst“ von Kurt Schwitters, künstlerische Verwandtschaft zu Marcel Duchamp und René Magritte. |
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